Rede zum Energiebericht des Hochtaunuskreises

Herr Vorsitzender,
meine Damen und Herren!

E ist schon erstaunlich, was unser Antrag zum Energiemanagement in kreiseigenen Gebäuden zutage brachte.
Welche Defizite in diesem Bereich schonungslos offengelegt wurden!

Nach mehr als einem Jahr wurde endlich der Bericht vorgelegt. Natürlich haben wir geahnt, dass es hier nicht zum Besten bestellt ist, aber dass das Ergebnis so niederschmetternd ist, haben auch wir nicht gedacht.

Die Verantwortlichen im HTK haben es bis heute nicht geschafft, die Gebäudewirtschaft gut aufzustellen!

Da kann weder als Ausrede gelten, dass andere Landkreise auch noch nicht weiter seien oder dass nicht ausreichend Personal zur Verfügung steht.
Dann muss sich eben gekümmert werden und dafür die notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Das ist aktives politisches Handeln!

Die Nachbarkreise Main-Taunus, Lahn-Dill und Wetteraukreis machen vor, wie es besser geht:
Regelmäßige Energieberichte und Teilklimakonzepte für die eigenen Liegenschaften zeigen, so gelingt der Einstieg in die Energiewende!
Es ist erschreckend, dass der HTK nicht einmal in der Lage ist, die Verbräuche objektbezogen und in kurzen Intervallen zu erfassen und auszuwerten.

Das ist Grundlage, um effektive Maßnahmen zur Verbrauchsminimierung erfolgreich umzusetzen und Systemfehler schnell zu erkennen und abzustellen.

Die jährlichen Aufwendungen für die Bewirtschaftungskosten liegen im HTK bei mehreren Millionen Euro. Angesichts steigender Energiekosten eine zwingende Aufgabe, endlich die Einsparpotentiale zu heben, damit neben der notwendigen CO2-Reduktion auch die Kosten reduziert werden können.
Es kann nicht sein, dass die Steuerzahler und finanzschwachen Kommunen weiter zu Kasse gebeten werden und die Kreisumlage im wahrsten Sinnen des Wortes verheizt wird!

Es ist ein Armutszeugnis, wie die Gebäudewirtschaft im HTK aufgestellt ist: eine wichtige und wesentliche Aufgabe, die Bewirtschaftungskosten zu überwachen, kann nicht ausreichend durchgeführt werden!

Wir wollen den Mitarbeitern hier keinen Vorwurf machen. Sie geben ihr Bestes und der vorgelegte Bericht zeigt ja durchaus Lösungen was alles möglich wäre.

Die Verantwortung für diese Versäumnisse tragen der zuständige hauptamtliche Beigeordnete und der Landrat, und natürlich die Regierungskoalitionen.
Wenn ´s um Lorbeeren für die Erneuerbaren Energien im Hochtaunuskreis geht, lassen sich die Verantwortlichen gerne feiern.
Hier haben sie sich alle demonstrativ im Ausschuss weggeduckt und waren sprachlos!

Während die Mitglieder der Opposition intensiv beim Bericht nachfragten, blieben die Mitglieder der Koalitionsfraktion im Wesentlichen stumm.

Wir Grüne haben mit unserem Antrag den Finger in die Wunde gelegt. Bei den einfachsten Dingen zu Energieeffizienz und Einsparung steht der HTK schlecht da:

*
* Wo sind die regelmäßigen Überprüfungen zur Energieeffizienz und zur Energieeinsparung der kreiseigenen Gebäude?
•    Wo ist ein gescheites Energiemonitoring?
•    Welchen Nutzen wollen wir als Kreis aus der Mitgliedschaft im Klimabündnis ziehen und welche CO2-Reduktion soll bis zu welchem Jahr avisiert werden?

Mit all´diesen Fragen hat sich die Koalition bisher nicht beschäftigt.
Stattdessen wird ein Antrag vorgelegt, der nach diesem vernichtenden Bericht unter diesen Bedingungen nicht umgesetzt werden kann, weil wesentliche grundlegenden Voraussetzungen fehlen!

Denn bevor keine konkrete Verbrauchsdatenerhebung und Auswertung möglich sind, sowie verbindliche Benchmarks vorliegen, macht es nun wenig Sinn, für die Schulen ein Anreizsystem zu erarbeiten.

Waran sollen sich die Schulen denn orientieren, was ist das konkrete Ziel?
Mit dem CDU/SPD-Antrag wird der dritte vor dem ersten Schritt gemacht, weil dieses Thema vernachlässigt wurde!

Deshalb schlagen wir Ihnen vor, dass Vertreter aus Nachbarkommunen und Kreisen ihre erfolgreichen Konzepte vorstellen und wir endlich zügig einsteigen.

Außerdem wurde auch deutlich wie wenig Wissen über die Vielzahl der Fördermöglichkeiten vorhanden ist, um z.B. Klimamanager und andere Maßnahmen zu finanzieren. Da allerdings der 31.3.2013 der Stichtag ist, gehe ich davon aus, dass der HTK wieder einmal keine Förderung erhält.

Die Energiewende muss Chefsache sein!

Weitere Untätigkeit können wir uns nicht leisten:
Aus klimaschutz- und aus finanziellen Gründen!

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